CO

Traumschiff Chronik Teil 1

März 1995

Unter der Leitung von Sabine Lips, Inhaberin der Betreiberfirma, wurden schon seit einiger Teledialoge im BTX betrieben. Aber wie für BTX typisch, es liefen nur Erotikdialoge. Die Anderen vegetierten nur so vor sich hin. 1995 plante die Telekom plant eine Gebührenänderung und erklärt den damaligen Anbietern, dass sie ab Mai mit grossen Rabatten rechnen könnten.

Das gab den Ausschlag noch einmal darüber nachzudenken einen Dialog zu eröffnen,  indem es nicht um Erotik geht. Eben ein Dialog in dem sich endlich mal alle die wohl fühlen könnten, die mal tickern möchten ohne ständig mit Erotik konfrontiert zu werden.

Die Idee des Traumschiffs Dialoges war geboren.

Dabei sollten alle Vergünstigungen der Telekom an die Gäste weiter gegeben werden. So konnte das Traumschiff zunächst gratis in See stechen. Anders als einige andere Anbieter, versprach man den Besuchern jedoch nicht ein dauerhaftes Gratis System. Von Anfang an wurde erklärt, das auch das Traumschiff letztendlich kein Hobby der Betreiberin war, sondern ein kaufmännisches Projekt. Gleichzeitig wurde jedoch versprochen das preiswerteste System im BTX zu bleiben

Von Anfang an wurde auf dem Traumschiff jegliche Erotik verhindert. Dazu gehörte, dass sämtliche erotischen Pseuden und erotische Visitenkarten gesperrt wurden. Es wurden auch keine Kontakt Visitenkarten in der Art “27, 1186, 75 kg sucht Sie für alles schöne auf dieser Welt” zugelassen. Das Traumschiff sollte nie ein grosser Kontaktmarkt werden und wurde es auch nie. Was sich später mal im Dialog ergab war eine andere Sache. Niemand hatte etwas gegen Kontakte, wohl aber etwas dagegen das Traumschiff zum offenen Kontaktmarkt werden zu lassen indem es nur darum geht möglichst schnell jemanden zu treffen, wobei dann die schöne Seite des Miteinandertickerns auf der Strecke bleibt.

Mai 1995

Das Traumschiff legte zum erste Mal ab um auf grosse Fahrt zu gehen. Und wie versprochen gab es keine Gebühren ausser 1 Pfennig Eintritt. Es war wie versprochen gratis! Zunächst sollte das bis zum 31.12.95 bleiben Und blieb es auch.

Dann begann das grosse Bangen. Werden überhaupt Gäste kommen, werden sie bleiben. Niemand wusste das, zumal es im BTX nie einen grösseren Dialog ohne Erotik gegeben hatte. Die Skepsis war gross, zumal bereits seit langem versucht worden war, einen anderen Erotik freien Dialog zu betreiben. Was aber nie gelungen war.

Aber die Gäste kamen. Sie kamen sogar in so grosser Zahl dass der erste Rechner, der nur für 100 Gäste ausgelegt war, schnell zu klein wurde.

Teilweise kamen die Passagiere in so grosser Anzahl gleichzeitig an Bord, das der Rechner zusammenbrach. Frust kam auf, nicht nur bei unseren Gästen, sondern auch bei den Teamis. Oft machte es keinen Spass mehr sich die ganzen Beschwerden anzuhören. Manche Passagiere schienen zu denken dass das mit Absicht gemacht wurde

Während der langen Gratisphase wurde das Traumschiff voller und voller. Waren es zu Anfang noch 40-60 Passagiere, waren es dann oft mehr als 100. Der Traumschiff Rechner wurde langsamer und langsamer, bis letztendlich der Zugang ab einer gewissen Zahl Passagiere gesperrt werden musste, damit das Traumschiff nicht zum Unterseeboot wurde.

Januar 1996

Dann kam der 1. Januar 1996, an dem eigentlich Gebühren eingeführt werden sollte. Aber die kamen nicht. Viele fragten sich warum. Geplant war das eigentlich anders. Aber während unserer Gratiszeit gingen immer mehr Anbieter dazu über uns zu unterstellen wir würden die Kunden anlügen. Die Gebühren seien gestiegen, statt gefallen, was aber Unsinn war. Wie konnten Gebühren steigen, die gar nicht da waren?

Nachdem das Traumschiff immer mehr beschimpft wurde, entschloss man sich die Gratisphase einfach weiter auszudehnen. Das Traumschiff blieb noch einige Monate gratis, zur Freude der Besucher.

Die Aktion richteten sich gegen einen Mitbewerber dessen Verhalten den Kunden gegenüber unfair war. Kleinere Dialoge sollten dabei gar nicht getroffen werden, was aber zwangsläufig doch geschah. Durch den Kampf der Giganten, wie man so schön sagt, litten jedoch viele kleine Systeme. Einige wurden von den Betreibern des Traumschiffs unterstützt, aber kaum ein Anbieter wollte mit dem Traumschiff zusammenarbeiten.

Viele Passagiere wurden sauer, als immer mehr Leute kamen und es oft unerträglich langsam wurde. Einerseits war es natürlich toll, so viele Gäste in so kurzer Zeit zu sammeln. Andererseits war es gar nicht schön, wie alles immer langsamer wurde, weil niemand mit diesem Ansturm gerechnet hatte. Es gab viel Ärger mit den Gästen, die teilweise nicht berücksichtigten, dass das Traumschiff keine Einnahme hatte und ein grösserer Rechner sehr viel Geld kosten würde.

Aber alles in allem war das erste Traumschiff Jahr ein tolles Jahr.

Seitenaufbau: 0,0780002 Sekunden